Trotz ihrer enormen ökonomischen und sozialen Relevanz haben Online-Spiele auch heute noch den Nimbus des Nutzlosen und des Slackertums. Diese Spiele zeigen jedoch beiläufig und präzise die Veränderungen im Umgang mit medialen Realitäten und sind gleichzeitig ein gutes Beispiel für die Struktur des World Wide Web und die Entstehung von virtuellen Gemeinschaften.

reload (engl.)
1. (Internet) aktualisiert einen zuvor angewählten Inhalt,
2. (Techn.) nachladen, aufladen


Die Ausstellung RELOAD erschließt sich auf drei Ebenen: Realraum, Modell und virtueller Raum. Von begehbaren Einbauten über Modelle von Spiele-Architektur bis zu neuen Räumen für Computerspiele führt der Weg aus der analogen Welt in den Cyberspace und wieder zurück.



Spielelevels
Die Arbeiten von 4 Künstlern basieren auf Modifikationen des Computerspiels "Quake".
Tom Ehninger bezieht sich in seiner Arbeit auf den Entwurf eines Hauses von Robert Mallet-Stevens aus dem Jahre 1923. Holger Friese reduziert die oftmals architektonisch opulenten und mit düsteren Texturen belegten Spiellevel auf einfache, in einem grossen leeren Raum schwebende Elemente. Fast alle Texturen stammen aus seinem privatem Internet - Bildarchiv; somit werden die mystischen, dunklen Räume zu Plattformen die mit Küchenhandtuch-Karo oder Rauhfasertapete belegt sind. Christine Meierhofer benützt einen bereits existierenden Level und tauscht die Texturen aus, die die Oberflächen bedecken. Diese neuen Texturen verwandeln den Level in ein Drahtgittermodell. Auch alle Spieler, Waffen, Munition etc. werden auf diese Weise bearbeitet. So wird das Spiel total verändert: Die Navigation wird erschwert, man muß sich völlig neue Orientierungsmethoden zurechtlegen. Florian Muser und Imre Oswald haben als "NoRoom Gallery" die Architektur des Anbaus der Hamburger Kunsthalle als Spielort und Schauplatz programmiert. Die Räume sind maßstabsgetreu nachgebildet und sämtliche Ausstelungsstücke hängen an ihrem richtigen Platz. 

Ausstellungsarchitektur
Stefan Wieland wird die Ausstellungsarchitektur dem Thema anpassen. Durch Einbauten, die die Ausstellungsbesucher zwingen sich ähnlich wie in einem Spielelevel auf mehreren Ebenen durch die Ausstellung zu bewegen, soll eine angemessene Raumsituation zur Integrierung der anderen Kunstwerke und der technischen Installation entstehen.

Modelle
Astrid Herrmann zeigt reale (analoge) Architekturmodelle von Räumen diverser Computerspiele, die sie anhand von entsprechenden Screenshots nachgebaut hat; sie nennt das "entvirtualisieren". Für RELOAD schuf sie ein Modell des Levels DM4 aus Quake.

Eröffnungsevent
Am Eröffnungsabend der Ausstellung wird der Gebrauch von Jason Rhoades' "ABS Gun" (1994) demonstriert. Diese Waffe, die aus Baumarktteilen konstruiert ist und mittels Haarspray (als Treibmittel) ganze Kartoffeln verschiesst, trägt nicht zu Unrecht den Spitznamen "Frittenkanone"....

Installation
In den Ausstellungsräume werden 4 vernetzte Spielstationen eingerichtet, auf denen die von den Künstlern gebauten Levels gespielt werden können und zwar sowohl im LAN als auch mit Internetbeteiligung.
Um den unwissenden Besuchern einen Einblick in die Materie zu verschaffen werden auch Durchläufe aus dem "normalen" Quake gezeigt. (z.B. die Demos der Weltmeisterschafts-Endspiele.)

Eine Berghammer/Frielinghaus Produktion


Mit freundlicher Unterstützung von:

www.502.org
Suzi Greiner
Dr. Gregor Jansen
Jens & Friends
Fa. Kluwe
Michael Onnen/Topsid
Michael Messner
mint_interactive_media
Quad-Design


SEE ALSO:
<Nuernberg>
<Geneva>
<Munich>

<Quake 1>
<Theory>

<shift eV>

DOWNLOAD
<Levels>

PRESS:
<Berliner Zeitung>
<Blitz Review>
<Bennos Hütte>
<springerin>


CONTACT:
shift e.V.
Friedrichstr.122/123
10117 Berlin-Mitte

<office@shift-ev.de>

<Back>